Bündnis Kindersoldaten fordert Asyl für Kinder aus Kriegsgebieten und eine dringende Rücknahme der massiven Kürzungen der humanitären Hilfe

Broschüre „Kindersoldat*innen auf der Flucht – Schutz durch Asyl, Traumaheilung, Bildung und Frieden“ (PDF)

Berlin, 11. Februar 2026. Anlässlich des morgigen Red Hand Day, des internationalen Aktionstages gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldatinnen und Soldaten, fordert das „Deutsche Bündnis Kindersoldaten“ die Bundesregierung auf, Kindern und ihren Familien aus Kriegsgebieten Asyl zu gewähren und die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe rückgängig zu machen.

In über 20 Ländern weltweit werden Kinder und Jugendliche in Kriegen und bewaffneten Konflikten getötet, verletzt, entführt, sexuell missbraucht und als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert. Die meisten von den Vereinten Nationen dokumentierten Rekrutierungen von Kindersoldatinnen und -soldaten fanden in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia statt. Die für Kinder tödlichsten Kriegsgebiete durch Bombenangriffe, Minen oder Feuergefechte waren Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete, der Sudan, Myanmar und Burkina Faso. Wegen stark sinkender Mittel fehlt humanitäre Hilfe vielerorten oder ist bei weitem nicht ausreichend. Außerdem wurde sie insbesondere in Kriegsgebieten so stark behindert wie nie zuvor, besonders in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten, Afghanistan, Haiti, Ukraine, Äthiopien und Myanmar. .

„Aus vielen dieser Länder fliehen Kinder und ihre Familien in Nachbarländer und einige auch bis nach Deutschland, sie brauchen dringend Schutz. Leider führt eine zunehmend restriktive Asylpraxis von Behörden und Politik hierzulande dazu, dass selbst ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten, die schwerst traumatisiert sind, von Abschiebung bedroht sind“, sagt Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten, einem Zusammenschluss von neun Organisationen.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig psychologische Hilfe, Sicherheit und Bildung für ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten ist“, sagt Innocent Opwonya, der als 10-Jähriger von einer bewaffneten Gruppe, der Lord‘s Resistance Army, in Uganda entführt und gezwungen wurde, Kindersoldat zu sein. Nach mehreren Monaten konnte er fliehen. „Nach meiner Flucht hat mich die Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen in Uganda gerettet, ich hatte großes Glück und bin dafür sehr dankbar. Jetzt setze ich mich für Kinder in Kriegsgebieten ein. Ich appelliere mit meiner roten Hand an jeden Einzelnen und an die Bundesregierung: Lassen Sie diese Kinder nicht allein, unterstützen Sie sie vor Ort und wenn sie in Deutschland Zuflucht suchen und setzen Sie sich für die friedliche Lösung bewaffneter Konflikte ein.“

„Wir appellieren dringend an die Bundesregierung, die Mittel für humanitäre Hilfe wieder mindestens auf das Niveau von 2023 anzuheben“, sagt Frank Mischo von der Kindernothilfe, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten. „Diese wurden seitdem trotz des dramatisch steigenden Bedarfs um 1,7 Mrd. € gekürzt, während die Verteidigungsausgaben um 50 Mrd. € gestiegen sind. Diese Zahlen zeigen: Das Geld ist da. Statt in Aufrüstung muss die Bundesregierung vor allem in Krisenprävention, Frieden und Entwicklung investieren und darf dabei Kinder in Kriegsgebieten nicht vergessen. Durch die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe Deutschlands um über 60% seit 2023 haben mehrere Millionen Menschen in Not den Zugang zu dringend benötigter Hilfe verloren, Kinder verhungern, verdursten und erliegen Krankheiten, weil Medikamente fehlen.“

Die Broschüre „Kindersoldat*innen auf der Flucht – Schutz durch Asyl, Traumaheilung, Bildung und Frieden“ mit Zahlen und Fakten zu den sechs schweren Kinderrechtsverletzungen in bewaffneten Konflikten, Kindersoldat*innen auf der Flucht und Asyl und Informationen zu Hilfsprojekten im bewaffneten Konflikt in Myanmar finden Sie unter www.kindersoldaten.info/publikationen

Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll der Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft getreten, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. Anlässlich dieses Red Hand Day am 12. Februar, dem Tag gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldat*innen, ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Schon über eine halbe Million Menschen in über 50 Ländern haben weltweit mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten protestiert. Auch in diesem Jahr finden Rote-Hand-Aktionen in zahlreichen deutschen Städten wie Berlin, Stuttgart, Osnabrück, Duisburg und Bergisch-Gladbach statt. Viele der neun Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten unterstützen weltweit Hilfsprojekte für Kindersoldatinnen und -soldaten.

Für Rückfragen und Interviews: Die Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
• Frank Mischo, Kindernothilfe, Tel.: 02 03 / 77 89-129, frank.mischo@knh.de
• Ralf Willinger, Terre des Hommes, Tel.: 05 41 / 71 01-108, r.willinger@tdh.de

Weitere Informationen:
kindersoldaten.info

redhandday.org

aktion-rote-hand.de

Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
Aktion Weißes Friedensband, Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK, Kindernothilfe, Dt. NK des Lutherischen Weltbundes, missio, Pax Christi, Quäker-Hilfe Stiftung, Terre des Hommes, World Vision

Bündnis fordert mehr humanitäre Hilfe und Einsatz für friedliche Konfliktlösung.

Faktenpapier „Kinder in Krisen und Konflikten besser schützen“ (PDF)

Berlin, 11. Februar 2025. Anlässlich des Red Hand Day, des internationalen Aktionstages gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldatinnen und Soldaten, fordert das Deutsche Bündnis Kindersoldaten die Bundesregierung dringend auf, die humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit für kriegsbetroffene Kinder zu erhöhen und sich für friedliche Konfliktlösungen und die Strafverfolgung der Täter einzusetzen.

„Weltweit sind immer mehr Kinder von bewaffneten Konflikten betroffen: Unserer Schätzung nach waren es im Jahr 2024 eine halbe Milliarde Kinder“, sagt Frank Mischo von der Kindernothilfe, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten. „Etwa jedes fünfte Kind lebt heute in Krisen- und Konfliktgebieten, anteilig doppelt so viel, wie in den 90er Jahren.“ Immer mehr Kinder sind in bewaffneten Konflikten von schweren Kinderrechtsverletzungen betroffen: der Rekrutierung als Soldatinnen und Soldaten, Tötung und Verstümmelung, Sexueller Gewalt, Entführungen, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser und der Verweigerung humanitärer Hilfe. Mischo mahnt: „Täter müssen endlich konsequent strafverfolgt und Strafverfolgung, z.B. durch den Internationalen Strafgerichtshof, geschützt statt behindert werden“.

Das Bündnis fordert die deutliche Erhöhung der Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe für kriegsbetroffene Kinder. „Hilfe darf auf keinen Fall behindert werden, wie es immer öfter passiert, zum Beispiel in Myanmar, in Gaza, der West Bank und Afghanistan. Deshalb müssen unsere Kollegen vor Ort immer riskantere, oft lebensgefährliche Wege gehen, um die Kinder vor dem Verhungern oder Krankheiten zu schützen“, sagt Ralf Willinger von Terre des Hommes, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten. „Es muss alles dafür getan werden, die Gewalt zu stoppen und Konflikte friedlich zu lösen – vor Ort und international. Dies ist auch unsere Erwartung an die neue Bundesregierung.“

Das Faktenpapier „Kinder in Krisen und Konflikten besser schützen“ mit Zahlen und Fakten zu den genannten sechs schweren Kinderrechtsverletzungen in bewaffneten Konflikten und Informationen zu Hilfsprojekten im bewaffneten Konflikt in Myanmar finden Sie unter www.kindersoldaten.info/publikationen

Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll der Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft getreten, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. Anlässlich dieses Red Hand Day am 12. Februar, dem Tag gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldat*innen, ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Schon eine halbe Million Menschen in über 50 Ländern haben weltweit mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten protestiert. Auch in diesem Jahr finden Rote-Hand-Aktionen in zahlreichen deutschen Städten wie Heidelberg, Duisburg, Berlin, Hannover und Freiburg statt. Viele der neun Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten unterstützen weltweit Hilfsprojekte für Kindersoldatinnen und -soldaten.

Für Rückfragen und Interviews: Die Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
• Frank Mischo, Kindernothilfe, Tel.: 02 03 / 77 89-129, frank.mischo@knh.de
• Ralf Willinger, Terre des Hommes, Tel.: 05 41 / 71 01-108, r.willinger@tdh.de

Weitere Informationen:
kindersoldaten.info

redhandday.org

aktion-rote-hand.de

Mitglieder des Deutschen Bündnis Kindersoldaten:
Aktion Weißes Friedensband, Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK, Kindernothilfe, Dt. NK des Lutherischen Weltbundes, missio, Pax Christi, Quäker-Hilfe Stiftung, Terre des Hommes, World Vision

Duisburg, 10.02.2021 – Etwa 250.000 Kinder werden aktuell in bewaffneten Konflikten eingesetzt. Die Verantwortlichen für diese schwersten Kinderrechtsverletzungen werden nur selten strafrechtlich verfolgt und kommen so straffrei davon. „Wir brauchen eine wirksame und konsequente Strafverfolgung für alle, die Kinder als Soldaten rekrutieren“, sagt Frank Mischo, Experte der Kindernothilfe und Sprecher des Bündnisses Kindersoldaten.

20 Jahre nach Einführung des Zusatzprotokolls zum besonderen Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten zu der UN-Kinderrechtskonvention ist eine systematische Strafverfolgung immer noch nicht möglich, weil die Handlungsfähigkeit von Institutionen wie dem UN-Sicherheitsrat und dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) nicht ausreichend gestärkt sind. „Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, sich finanziell und politisch für die Stärkung und den Ausbau der Kapazitäten des Internationalen Strafgerichtshofs einzusetzen und Druck auf die Mitglieder des UN- Sicherheitsrats auszuüben, damit die Staaten, die wegen Kinderrechtsverletzungen auf der „Liste der Schande“ der Vereinten Nationen stehen, zur Rechenschaft gezogen werden“, fordert Mischo.

Die derzeitige Kultur der Straflosigkeit schreckt Diktatoren und Rebellenführer nicht davon ab, weiter Kinder als Soldatinnen und Soldaten einzusetzen. Die Verurteilung des kongolesischen Warlords Sheka sei zwar „ein wichtiges Zeichen gegen die Straflosigkeit gewesen, aber leider sind noch zu viele Täter ohne Anklage geblieben“, sagt Mischo und weiter: „Nur wenn die Verantwortlichen angeklagt, verurteilt und öffentlich benannt werden, haben Gerechtigkeit, Versöhnung und letztlich auch Frieden für die Betroffenen eine Chance.“

Im heute veröffentlichten Positionspapier „Straflosigkeit beenden!“ fordert das Bündnis die Bundesregierung dazu auf, sich für eine Verfolgung der für die Rekrutierung von Kindersoldaten Verantwortlichen einzusetzen: durch Sanktionen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, aber vor allem durch die Unterstützung der Anklagen vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag.

Hintergrund:

Jedes Jahr am „Red Hand Day“ ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen Organisationen auf der ganzen Welt zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Bisher haben fast 500.000 Menschen in über 50 Ländern mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten protestiert. Unter dem Hashtag #RedHandDay wird der Stopp des Einsatzes von Kindern als Soldatinnen und Soldaten gefordert. In diesem Jahr liegt ein zusätzlicher Schwerpunkt auf der Forderung für ein Ende der Straflosigkeit.

Information zum Red Hand Day in Deutschland: www.aktion-rote-hand.de Rote Hand Aktion weltweit: www.redhandday.org

Für Rückfragen und Interviews:
Sprecher Bündnis Kindersoldaten: Frank Mischo,

Tel. 0203 / 7789-129, E-Mail: frank.mischo@knh.de